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„Me-Time“ - Warum Sport eine bessere Mama aus mir macht

Mama

Auch im 21. Jahrhundert scheint es noch tief in den Gedanken unserer Gesellschaft verankert, dass eine Mama vor allem kurz nach der Geburt keine Zeit für Sport und sich selbst haben darf. Dabei ist genau diese "Me-Time" so unglaublich wichtig. Warum? Das erklärt dir Ultraläuferin, GYMQUEEN-Autorin und bald Zweifach-Mama Sandra Mastropietro.

Sich "Me-Time" nehmen. Einfacher gesagt als getan, oder? Genau hier möchte ich ansetzen und euch anhand meiner persönlichen Erfahrung zeigen, warum mich Sport zu einer besseren Mama macht und wie ich Zeit dafür finde. Ich persönlich sehe das so: Wenn sich Eltern Zeit für sich, das eigene Wohlbefinden und Sport nehmen, können sie sehr viel ausgeglichener und auch leistungsfähiger in jedem anderen Lebensbereich agieren.

Diesem Artikel vorangestellt sei gesagt, dass die Ausgangssituation jeder Mama eine andere ist: Manche sind alleinerziehend, bei anderen ist der Partner nur am Wochenende daheim. Nicht alle haben Großeltern in der Nähe oder können / wollen sich eine „Teilzeitarbeit“ als junge Mama leisten. Daher versuche ich die Beispiele und Tipps so allgemeingültig wie nur möglich zu halten.

1) Sport als Mama mit Neugeborenen

Als “Säuglingsmama” habe ich selbst gute Erfahrungen mit Sportübungen am Kinderwagen gemacht. So schlägt man die berüchtigten zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Kind und man selbst ist an der frischen Luft aktiv. Unzählige Male habe ich den Kinderwagen (kein bestimmtes Sportmodell) den kleinen Hügel im Park hochgeschoben, wieder und immer wieder. Zuerst normal. Dann im Ausfallschritt. Dann mit „Squats“ bei jedem zweiten Schritt, Side-Kicks oder verschiedenen Beckenboden-Anspanntechniken. So kann der Stadtpark schnell zum Spielplatz bzw. zur Turnhalle für die frischgebackene Mama und der Sport wieder in dem Alltag integriert werden.

PRO: Die frische Luft und das Schaukeln des Wagens befördern euer kleines Wunder erfahrungsgemäß recht schnell in den Tiefschlaf - zumindest im ersten Jahr. Das macht es einfacher, sich auf den Sport zu konzentrieren. Ich habe meine damaligen Kinderwagen-Sporteinheiten immer sehr genossen und -meist mit leiser Musik im Ohr- als wirklich entspannte “Me-Time” wahrgenommen. Wichtig ist, dass ihr langsam startet. Eure Strukturen, Bänder und Sehnen sind nach der Geburt immer noch weich und elastisch. Also: Hört auf euren Körper!

CON: Es fällt (manchmal) schwer, sich allein dazu aufzuraffen, wilde “Turnübungen” am Kinderwagen zu machen, vor allem unter verwunderten Blicken anderer Passanten. Aber: Was andere Leute von euch denken, das kann und muss euch egal sein. Übt das am besten direkt mit der Kinderwagen-Fitness - denn die Trotzphase kommt bestimmt. ;-)

Meine Top Sport-Tipp's für Mamas mit Neugeborenem

  • "Kinderwagen-Fit" oder "Buggy-Kurse": Schaut euch nach solchen oder ähnlichen Angeboten in eurer Stadt um! Die Kurse werden von einem Trainer angeleitet und man trifft auf Gleichgesinnte.
  • Rückbildungskurse: Oft wird solch ein Kurs belächelt und als “Zeitverschwendung” abgetan. Das ist definitiv nichtso! Wer in einer Stadt wohnt und somit “die Auswahl hat”, fragt bei den Anbietern nach Kursen mit Frauen in eurem Alter. Mir hat der Rückbildungskurs in der Anfangszeit als Mama damals wirklich gut getan. Manchmal bezeichne ich ihn sogar als “Kickstart” zurück in den Sport und meine “Läuferkarriere”.

2) Sport mit Klein- oder Kindergartenkind

Herzlichen Glückwunsch - ihr habt die Säuglingsphase überstanden und ein Kleinkind daheim. Euer Aktivitätslevel ist nun ohnehin recht hoch, allein weil ihr ständig irgendwo hinterher rennt, weg stellt, aufpasst und auf Trab gehalten werdet. Das allein ist anstrengend genug - richtig. Aber genau deswegen ist es jetzt umso wichtiger, sich als Mama bewusst Zeit für sich und den Sport zu nehmen.

Vielleicht besucht euer Kind bereits eine KiTa oder ist zeitweise bei einer Tagesmutter oder Spielgruppe untergebracht? Auch wenn man eventuell nicht gleich wieder voll arbeitet und die freie Zeit neben den alltäglichen Pflichten für sich selbst nutzt, ist das kein “Rabenmutter-Move”, ganz im Gegenteil! Meldet euch für diese Zeit am besten bei einem festen Sportkurs an. Vielleicht könnt ihr die Wege zur Betreuungsstätte auch aktiv nutzen, indem ihr dorthin lauft, walked oder radelt. Ein Babyjogger oder Fahrradanhänger kann in diesem Alter eine wirklich lohnenswerte Investition sein!

Wichtig

Gerade in der Anfangsphase der KiTa- / KiGa-Betreuung, sind Kind und Eltern häufig verschnupft und krank. Das ist normal. Achtet besonders in dieser Phase darauf, euer Immunsystem durch die Aufnahme sämtlicher Nährstoffe zu stärken.

Wer nicht die Möglichkeit eines KiTa-Platzes hat, dem empfehle ich, sich trotzdem ein Zeitfenster für Aktivitäten zu schaffen: Bei einer Fitnessstudiomitgliedschaft ist man beispielsweise zeitlich flexibel. Oder ihr verabredet euch mit anderen Müttern auf dem Spielplatz, setzt die Kinder in die Sandgrube und macht ein Gymqueen Workout!

PRO: Die Zeit, die ihr für Sport investiert, mag euch anfangs vielleicht im Alltag fehlen, ihr werdet aber schnell feststellen, dass sie euch so viel mehr Energie gibt, als sie nimmt. Muskuläre Entspannung erfolgt nämlich vornehmlich nach vorangegangener Anspannung.

CON: Die Kleinkindphase ist anstrengend - da beißt die Maus keinen Faden ab! Es ist schwer sich aufzuraffen und neben all den anderen To-Dos Zeit für Aktivitäten zu schaffen. Meine Erfahrung: feste Verabredungen helfen! Und tun gut! Go Girls!

Meine Top Sport-Tipps für Mamas mit Klein- oder Kindergartenkind

  • Babyjogger / Radlanhänger: kann man häufig im guten Zustand und verhältnismäßig günstig auf Gebrauchtportalen kaufen!
  • Sport-Hacks für den Alltag: z.b. Standwaage beim Zähneputzen, Dips an der Küchenanrichte während der Wasserkocher kocht oder auch Plank-Challenges vor der abendlichen Entspannung auf der Couch. Weil: Geht nicht, gibt's nicht!

3) Sport als Mama mit Schulkind

Ab jetzt ist alles einfacher, glaubt es mir. Die Kinder sind zu festen Zeiten “aufgeräumt”, haben einen Freundeskreis und ein gewisses Grundverständnis “Erwachsenendingen” gegenüber. Außerdem haben sie vermutlich inzwischen ihre eigene Aktivität gefunden, der sie regelmäßig nachgehen möchten - Das perfekte Zeitfenster!

Statt Pros und Cons diese Mal eine Anekdote: Meine Tochter fing damals an Ballett zu tanzen. Diese Stunde habe ich persönlich immer zum Laufen genutzt. Kind und Mama waren anschließend glücklich und k.o. - und sind anschließend ganz oft beim Kuscheln auf dem Sofa weggenickt.

Meine Top Sport-Tipp's für Mama's mit Schulkind

  • Gemeinsam Sport treiben: Schaut nach Sportclubs mit Parallelangeboten für Groß und Klein!
  • Oder: Meine Tochter begleitet mich mittlerweile häufig mit dem Radl, wenn ich laufen gehe. Sie singt mir was vor, erzählt mir Neuigkeiten aus ihrem Schulalltag und hat auch ganz nebenbei eine Wasserflasche in ihrem Körbchen. Das ist eine ganz wunderbare “Mutter-Tochter-Zeit”.

4) Me-Time auch mal ohne Kind

Ja, und hier ist er nun - der diskutabelste Teil des Berichts. Letztendlich muss es jede Mama selbst wissen, ob sie das möchte. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass es wichtig und richtig ist, sein Kind auch mal abzugeben - nicht nur für wichtige Termine oder Arbeit, sondern auch für sogenannte “MeTime” - denn nicht zuletzt dank dieser QualityTime bin ich, zumindest laut Außenstehenden, eine sehr entspannte Mama. Ich liebe meine große Tochter und auch schon das kleine Wesen in mir über alles auf der Welt. Ich würde das Mamasein niemals eintauschen wollen. Aber ich bin auch genauso gerne Ich:

Ein abenteuerlustiger Adrenalinjunkie mit absoluten Faible für den Ausdauersport. Beides lässt sich vereinen, wie ich finde. Ob das die Gesellschaft genauso sieht? Ich glaube eher nicht, noch nicht zumindest. Leider! Am Ende bin ich es aber, die sich morgens und abends in den Spiegel schauen muss, bin ich es, die ihren Kindern Werte wie Mut und Selbstvertrauen mitgibt. Und das tue ich - weil ich mit mir selbst zufrieden bin. Es sind nicht die penible Wohnung oder das gemähte Gras, was eine Kinderseele glücklich macht - es sind zufriedene Elternteile die ihnen vorleben, dass man sich selbst treu bleiben sollte.

Exkurs: Mein Schwangerschaftstagebuch (Woche 21-28) - Das letzte Drittel ist angebrochen!

Jetzt ist es soweit, ich bin kugelrund und das kleine Wunder, dass ich seit mittlerweile sieben vollen Monaten unter dem Herzen trage, lebensfähig! Das letzte Trimester, so nennt man die letzten drei Monate der Schwangerschaft, ist angebrochen. In den kommenden Wochen wird mein Baby alle sieben Tage circa 100g zunehmen.

Alltägliche Dinge, wie das Schuhebinden, Beine rasieren und Töpfe aus der untersten Schublade kramen, gestalten sich zunehmend schwieriger, aber auch das gehört eben zu einer Schwangerschaft dazu. Oft muss ich über mich selbst lachen, wenn ich wie ein Maikäfer auf dem Bett liege und versuche, mir meine Socken morgens anzuziehen.

Apropos Morgens: Auch der Schlaf wird leichter. Meine nächtlichen Ruhephasen sind die Aktivphasen des Babys. Warum das die Natur so eingerichtet hat? Keine Ahnung! Vielleicht soll man sich als Mama schon mal an schlaflose Nächte gewöhnen?

Körperlich geht es mir weiterhin -glücklicherweise- sehr gut. So gut, dass ich vergangenes Wochenende sogar noch 23 Kilometer mit 1.300 Höhenmetern im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung laufen konnte. Es war ein wunderschönes Gefühl, gemeinsam mit meinem Mann unser “100 Kilometer Baby” über eine offizielle Ziellinie tragen zu dürfen - sogar eine eigene Medaille hat “MiniUs” bekommen - für's Erinnerungsalbum. Ein “reguläres Training” gibt es aber nicht mehr, die Tagesform und das Bauchgefühl entscheiden, was ich wie mache - und ob überhaupt.

Liebe, kuglige Grüße
Eure Sandra

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